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Sogenannte „Bäckerjungen“, ca. 1200,
Material: Tuffstein, Reste von Stuckierung und Bemalung
Restaurierung 2011/2012
Maßnahme: Reinigung, Konservierung

Wächterfiguren am Andernacher Rheintor vor und nach der Restaurierung
Zustand vor und nach der Restaurierung, der Taubenschutz in Form eines Netzes wurde neu montiert (Fa. Adept LS GmbH, Mendig)


Die im regionalen Volksmund als „Bäckerjungen“ bekannten Skulpturen werden von der heutigen Forschung als Torwächter, vielleicht in einer Soldatentracht, interpretiert.
Bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass es sich mitnichten um „Skulpturen“ im eigentlichen Sinne handelt, sondern um eine Mischform aus Skulptur und Plastik:
Die Grundform besteht, wie die übrige Baumasse auch, aus kleinformatigen Mauersteinen aus Tuff. Diese wurden vermutlich während des Aufmauerns grob vorgeformt. Die eigentliche bildhauerische Gestaltung erfolgte allerdings in Form einer Stuckmasse, mit der die gesamte Oberfläche überzogen war.
Alle historischen Fotos sowie eine Zeichnung von 1873 zeigen, dass der Zustand seit langem unverädert ist.

Die Restaurierungsmaßnahme 2011 stellte eine rein konservatorische Maßnahme dar: Jede Art der Ergänzung verbot sich hier, da es weder Vergleichsbeispiele noch aussagekräftige Bildvorlage gibt.
Es wurden lediglich einige Fugen sowie tiefere Auswitterungen mit Kalkmörtel aufgefüllt. Der Taubenkot wurde möglichst trocken entfernt, um keine Nitrate in den Stein einzubringen.
Risse und abschalende Mörtelteile wurden durch Injektionen gefestigt.
Abschließend wurden die Figuren mit einer pigmentierten Kalkschlämme abgedeckt, um eine „Verschleißschicht“ für zukünftige Verwitterung zu schaffen.