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Das Norportal der Liebfrauenkirche Trier

Kalkstein, Sandstein
Restaurierung: 2011
Maßnahmen: Reinigung, Festigung, Konstruktive Maßnahmen, Ergänzung
Beteiligte Restauratoren: Roman Borkowski, Bruno Piek, Stefanie und Olaf Pung

Das Portal entstand in der Mitte des 13. Jh. unter Einfluss der französischen Gotik. Alle bildhauerische Teile bestehen aus lothringischem Kalkstein, der untere Teil aus lokalem Sandstein. Die ursprünglich vorhandene Farbfassung viel einer Renovierungsmaßnahme des späten 19. Jh. zum Opfer, heute sind nur noch Reste vorhanden.

Reinigung

Die Verschmutzungen beschränkten sind hauptsächlich auf trocken abgelagerten Staub, dieser ließ sich mit Radierschwämmen entfernen. Schwarze Gipskrusten an den äußeren Archivolten wurden mit Ammoniumkarbonat-Kompressen angeweicht und dann mit dem Mikrodampfgerät entfernt.
Verschwärzungen am Sandstein wurden mittels Feinstrahlgerät reduziert.

Festigung

Festigungsmaßnahmen waren nur zur Sicherung der Fassungsreste notwendig. Es wurde eine Lösung von Polyvinylalkohol in Wasser verwendet.

Konstruktive Maßnahmen

Bei einigen Säulen war der Wandeinband der Wirtel durch statische Setzungen abgerissen. Diese Säulen wurden ausgebaut. Die rostgefährdeten Klammern ausgebaut, die Wirtelscheiben wurden geklebt. Bei Wiedereinbau wurden die Werkstücke in historischer Technik (Bleiverguss) befestigt.

Ergänzung

Als Vorlage für Ergänzungen konnten sowohl historische Fotoaufnahmen als auch ein historischer Gipsabguss des Tympanons herangezogen werden.
Größere Fehlstellen wurden als Anstückung in lothringischem Kalkstein ergänzt.
Für die Anstückungen an den Blattknollen des rechten, inneren Kapitells wurden Gipsmodelle gefertigt und danach Steinergänzungen im bildhauerischen Punktierverfahren hergestellt. Die Bruchflächen wurden dabei mitpunktiert, um Begradigungen und die damit einhergehenden Verluste an Originalsubstanz zu vermeiden.

Ein Blattkapitell des Portals ohne und mit ergänzten Blattknollen


„Unter den Bildwerken des 13. Jh. auf deutschem Boden kommt kein anderes der französischen Kunst der reifen Gotik so nahe.“
Willibald Sauerländer: Bogenfeld des Nordportals der Liebfrauenkirche Trier. In: R. Hausherr und Ch. Väterlein (Hrsg.): ''Die Zeit der Staufer. Geschichte- Kunst- Kultur. Katalog der Ausstellung“ Stuttgart 1977, Band I, S. 328 f
 
Weiteres zu Restaurierung siehe Olaf Pung: ''Die Restaurierung des Nordportals.'' In: Hans Wilhelm Ehlen und Winfried Weber (Hrsg.). „Die Rose neu erblühen lassen …, Festschrift zur Wiedereröffnung der Liebfrauen-Basilika zu Trier.'' Paulinus, Trier 2011, S. 255–258.